Hilfe, ich habe die Kinder geschrumpft

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Nur die Noppen sind anders. Racing Spheres von Speedlink könnten der neueste Renner werden.

Wenn Sie sich nicht vorstellen können, wie diese Teile funktionieren, hilft ein einfacher Vergleich: Schon mal Ihren Nachwuchs in diese aufblasbaren, transparenten Riesenplastikbälle gesteckt? Zu Land oder zu Wasser. Die Kids haben einen Riesenspaß, die Kugeln von innen zu bewegen. In die gewünschte Richtung? Meistens Glücksache.

So funktionieren auch diese ferngesteuerten Bälle. Ihre Kids müssen Sie vorher allerdings nicht schrumpfen zum Reinklettern. Das geht kommod über eine Fernsteuerung (also, ähm, das Bewegen der Bälle, nicht das Schrumpfen).  Wobei steuern… naja, das ist genauso Glücksache wie mit den großen Bällen. Je nachdem wie die kleinen Elektromotoren in den Kugeln stehen, geht es – so circa- in die gewünschte Richtung. Das bringt vielleicht Frust, oder auch lustige Überraschungseffekte mit sich. Slalomfahren um Kaplasteine (oder den beigefügten Hütchen) kann auch für Erwachsene ein abendfüllendes Vergnügen werden.

Von der Qualität her sind Kugeln und Fernbedienung nicht für die Ewigkeit gedacht, das ist klar. Aber stabil genug sind die Teile schon alle, um  Kindheitsbegleiter für ein paar Jahre zu sein.

Und die Noppen? Die schützen drinnen alles andere vor Schrammen(Mensch und Möbel), wenn mal wieder so eine Speedkugel im (un-?)beabsichtigten Crashkurs fährt.

Nettes Vergnügen für allerdings stolzen Preis. Dennoch mal was anderes.

Muttertag – Miscellaneous

Nach dem obligatorischen Maibaum ist es eigentlich eine viel zu kurze Zeitspanne bis zum Muttertag, um als Vater durchweg auch noch als liebender Gatte zu punkten.

Deswegen hatte ich jetzt, sagen wir mal, nicht gerade Tage in dessen Vorbereitung gesteckt.  Die Popcornherzen kamen mir gerade recht. Vor allem unter dem Aspekt, dass die Motivation der Kinder (aller Altersgruppen) gegeben ist, wenn sie den Rest Popcorn (also ca. 98 %) selbst auffuttern können. Rote Herzen ausgeschnitten, Puderzucker-Zitronen-Kleber drauf und Popcorn drauf. Fertisch.

Ob das Geschenk bei der spanischen Gattin so richtig einschlagen würde, war mir nicht so klar, sind doch palomitas (=Popcorn) in Spanien eher salzig als süß.  Aber in Abwägung dessen, was Kindermotivation auf der einen Seite und Empfängerinnenfreude auf der anderen Seite in die Waagschale wirft, war die Entscheidung einfach. Wie erfreut war ich doch dann auch noch, dass abends die Popcornherzen leergefuttert waren. Und zwar von der Gattin. Liebe geht halt durch den Magen.

Ich sollte mich aber nicht allzusehr der Illusion des sich innig liebenden Paars hingeben, bekam ich doch aus der spanischen Whatsapp-Schleuder am Muttertagsabend gleich noch das präsentiert:

Übersetzung: Wenn Nemo von der Mama gesucht worden wäre …. hätte der Film 5 Minuten gedauert.

Nächstes Jahr gibt es zum Muttertag eine Schnitzeljagd mit Popcorn-Ariadnefaden für die ach so findige Gattin!

 

Danke

Vor ein paar Jahren fiel Muttertag und Kindergeburtstag zusammen. Heute ist Kindergeburtstag und Vatertag. Und die Gattin hat neben….

es geschafft, auch noch mit den Kindern für mich zu basteln:

Danke!

Die Sache mit den Vorsilben – zum Himmelfahren

Wenn es aus irgendwelchen Gründen vor dem Wochendfrühstück nicht zum Bäcker reicht, ab mit den Brötchen zum Aufbacken in den Ofen. Vorteil 1: Zeitersparnis. Vorteil 2: Es duftet sehr lecker. Nachteil: Schmeckt natürlich nicht so lecker wie bäckerfrisch.

So profan sehe ich das. Ich korrigiere mich. Sah ich das. Bis mir das Gesicht des verschlafenen 5-Jährigen an einem solchen Aufbackmorgen entgegenstrahlte und transzendent folgende Worte aussprach: „Papa, der Brotduft hat mich erweckt!“

„??!!“

Innerlich war mir sofort klar, das mit solch luziden Kinderworten wir auf unserem gläubigen Kundenkonto einigen Sündenerlass erworben hatten. Und wisst ihr was? Montag melde ich ihn schon mal etwas vorfristig zum Kommunionunterricht an. Die Pastoralreferentin wird an ihm seine Freude haben. Ich bin mir sicher.

Legoland Günzburg – immer wieder gerne

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Legoland Günzburg hatte uns zum Saisonauftakt wieder eingeladen. Und nach unseren Abenteuern im vergangenen Jahr folgten wir dieser Einladung auch in diesem Jahr sehr gerne.

Es gibt sicherlich viele Elemente, die in Vergnügungsparks austauschbar sind. Das leidige  Schlangestehen vor den Attraktionen beispielsweise. Aber uns, das gebe ich ganz unumwunden zu, ist das Legoland einfach sehr sympathisch. Die Noppen, überall wiederkehrend, machen auch im Großformat deutlich, wie genial diese Erfindung war. Ein Spielstein, der kombiniert und wieder gelöst werden kann. Und damit hunderttausend Konstruktionsvariationen ermöglicht.

Und, ganz ehrlich, lieber flaniere ich durch Legosteine im Großformat im Legoland als durch Legokonstruktionen auf dem heimischen Wohnzimmerboden. Da macht auch das gemütliche Schippern in den großen Legoschiffen Spaß.

Es ist für jeden was dabei, egal wie alt und wie groß. Einzige Ausnahme bin ich. Ich bin einfach nicht für das Achterbahnfahren geschaffen, egal wie das Mindestalter ist. Auch bei der ‚Drachenjagd‘ (die Version der Achterbahn für die GAAANZ Kleinen) war ich herzlich froh, die zweite Runde überstanden zu haben. Die Kids hatten in diesem Jahr übrigens auch  den Flying Ninjago entdeckt. Für mich wunderbar, denn die Konstruktion lässt gar keine erwachsene Begleitung zu. Ich bin dann eher für das Anfeuern am Boden. Die Begeisterung der Kids kann man ja sehen.

Wer sich die ganze Dröhnung geben möchte, kann im Legoland auch gleich noch übernachten. Wir hatten dieses Jahr die Ritterburg gewählt. Und das Kinderglück war perfekt. Das Erwachsenen-glück im Übrigen auch, weil das Frühstücks-büffet sehr lecker war. Außerdem sind die Spielflächen dort noch groß, so dass die Kids auch nach Parkschließung sich weiter austoben können. Energievorräte sind in diesem Alter wohl unerschöpflich.

Übernachten in einem Hotel ist sowieso schon ein Abenteuer für Kinder. Und klar, wenn es dann auch noch so aussieht wie auf dem Bild links, geht es einfach nicht mehr besser. Die Kids müssen nicht einmal mehr ihre eigenen Warnschilder „Zutritt verboten für Erwachsene“ malen. Ist alles schon da. Wer kann es einem Kind da verdenken, das nicht mehr abreisen möchte. Allerdings, das möchte ich nicht verschweigen, kann es auch durchaus vorkommen, dass Ihr Kind nicht einschlafen möchte. Weil es zu schön ist. Das beisst sich dann ein bisschen mit dem Programm im Park am Folgetag!

 

 

 

 

Ausklingen lassen haben wir den Tag, wie viele andere auch mit einem Besuch des Miniaturlandes. Die letzte Stunde vor der Schließung des Parks machen die Attraktionen – so langsam – zu, das Miniaturland hat noch offen und die Läden übrigens auch :-). Mein kleiner Tipp – der Besuch des Miniaturlandes ist die kostengünstigere Variante, das Legoland auch wieder verlassen zu können.

Danke, Legoland.

 

 

PS: Ein paar andere Aspekte noch, die uns positiv aufgefallen sind, aber in erster Linie nichts mit den Attraktionen von Legoland zu tun haben:

Unser Mittagstisch in einem Wok-ähnlichen Asia-Schnellrestaurant auf dem Gelände teilte bereits nachhaltiges Einweggeschirr (aus nachwachsenden Rohstoffen) aus. Ist den Kindern erst einmal herzliche egal, sofern es lecker ist. Aber gab uns Erwachsenen ein gutes Gefühl für den Tag.

Beim Eintritt in den Park wurden wir – zufällig ausgewählt – von einer Parkmitarbeiterin angesprochen, ob wir Bonuskarten an Mitarbeiter verteilen wollten, wenn uns deren Service besonders gut gefallen hat. Ich denke, das ist eine schöne Geste und Garant dafür, dass die Mitarbeiter uns Besuchern freundlich gegenüber treten.  Für sie ist es sicherlich manchmal ein nerviger Ansturm von vielen, sehr vielen Familien. Man dürfte es ihnen nicht verdenken, wenn sie mal verdrießlich sind. Für uns, die Besucher, ist es häufig ein einmaliges Vergnügen. Und dann wäre es schade, wenn man zufällig auf den Mitarbeiter trifft, der – sagen wir mal – heute morgen mit dem falschen Fuß aufgestanden ist.

Das Legoland hat auch den klassischen Fotoservice. Klick, und Du bist auf ewig festgehalten, wie Deine Kinder fröhlich und Du ängstlich den Wasserfall herunterrauscht. Das ist nicht billig. Aber man bekommt – im Gegensatz zu vielen anderen Orten – bei Legoland auch das elektronische Bild. Code auf der Quittung. Und man sich das später runterladen. Und jetzt kommt es. Selbst wenn man Quittung und damit Code verloren hat, werden einem die Bilder dann doch noch gesucht. Vorausgesetzt, man weiß noch, in welcher Attraktion man saß und grenzt die Uhrzeit am Tag etwas ein. So ging es uns, und so kam es zu obigem Foto.

 

 

 

 

 

Jim Knopf vorgeknöpft

Die Geschichte von Jim Knopf ist unbestritten Kanon. Kanon der Kinderliteratur. Folglich kann sich die Diskussion nur darum drehen, wie Jim Knopf ans Kinde gebracht hat.

Und daran scheiden sich die Geister. Natürlich gibt es Ikonen. Ikonen, wo die kleinste Veränderung als Blasphemie gerüffelt wird. Zumindest von manchen so gesehen wird. Ob die Version der Augsburger Puppenkiste ikonische Züge hat, mögen manche so sehen.

Ich für meinen Teil denke so: Manche sind mit dem Jim Knopf an den gezogenen Fäden aufgewachsen (meine Beschreibung der Augsburger Puppenkiste). Und wollen ihn ihr Leben lang nicht anders sehen. Gern geschehen. Deswegen sollte anderen allerdings nicht vorgeschrieben werden, dass nur die an den Haaren – Entschuldigungen Sie, an den Fäden – herbeigezogene Geschichte die einzig wahre ist.

Es gibt auch andere Wahrheiten. Der aktuelle Jim Knopf – Film im Kino kommt eben mit etwas mehr Schmackes und Krawumm daher. Mein Gott, so kann das auch sein. Muss nicht sein. Aber kann.

Und dazu gibt es dazu auch das passende Buch mit Hochglanzbildern. Himmel, das sieht natürlich auch nicht so aus, als wäre es schon durch hundert Hände gewandert über viele Jahre und Bücherflohmärkte hinweg. Sollte es auch nicht. Für die Kinder im Jahr 2018, die so Jim Knopf kennen gelernt haben, soll das Buch auch genau so aussehen. Punkt. Und so gefällt’s auch meinem Nachwuchs.

Ich für meinen Teil bin ganz froh, dass meine bibliophile Jim Knopf – Ausgabe aus dem letzten Jahrtausend nicht von meinen Kinder Händen noch zerfleddert wird.

Jedem das Seine. Hauptsache Lukas, Jim und Emma.

Töpfchentraining goes digital – oder: Der Untergang des Abendlandes

Bei unserem Nachwuchs lief das mit der Sauberkeitserziehung recht klassisch ab. Eher im Sommer mal ohne Windeln. Aha, da kann was runterlaufen. Erklären. Wäsche wechseln. Neuer Versuch. Und ganz viel Aufmerksamkeit. Aso neudeutsch: Achtsamkeit! „Möchtest Du jetzt tanzen oder auf’s Klo gehen?“ Naja. Das Normale eben. Bildlich unterstützt mit Büchern wie diesem hier oder so.

Ich nehme mal an, ich selbst habe das seinerzeit auch so gelernt. Und meine Geschwister. Nun. Meine Schwester war vor kurzem auf einem Business Trip in Asien. Sie schickte in die Familienwhatsapp-Gruppe das ganz oben gezeigte Bild.

Wenn sie woanders gewesen wäre, hätte ich geschrieben: Perplex in Panama. Oder: Ratlos in Ruanda. So muss ich dichten. Jameiwiegehtdenndas?! in Japan.

Nein, das Bild zeigt nicht die Steuerungskonsole einer komplexen just-in-time Produktionslinie bei Toyota. Es ist einfach die Klospülung. Das Geschäft ist erledigt. Die Gefahr, den falschen Knopf zu drücken, bleibt.

Ich meine, wenn japanische Kleinkinder so eine Konsole schon im Rahmen der Sauberkeitserziehung spielerisch erlernen. Dann ist doch klar, dass wir diesen Digitalisierungsvorsprung in Old Europe nicht mehr einholen können, oder? Spengler hatte doch recht. Also Untergang des Abendlandes. Mit der Klospülung.

Schluss. Aus. Ende. Ich muss mal. Am liebsten mit Ziehen an der Kette. Old fashioned.