Vom 1. Dezember 1975

Es wird wieder ein Zuviel geben. Nun auch von Adventskalendern. Aller Arten werden sie die Bildschirme fluten, Fotos von Kalendern von selbstgemacht bis selbst gekauft. Das ist so. Und auch nicht schlimm. Ich vertraue den Kindern. Sie werden für sich ausfindig machen, welcher Kalender den Weg in ihr Herz findet. Jahre später vielleicht erst wird ihnen bewußt werden, was für sie die Weihnachtszeit ausmacht. Eine Familientradition, ein Duft, ein Verhalten der Eltern, oder vielleicht auch ein Adventskalender.

Und so ging es auch mir, vielleicht mit 5 Lenzen, im Jahr 1975. Oder früher, oder später? Ich weiß es nicht mehr. Dieser Adventskalender war schon immer da in meinem Leben. Den Verlagsinfos zufolge geht er auf das Jahr 1969 zurück. Egal. Aber ich setze wahrlich ein jedes Jahr Himmel und Hölle in Bewegung, dass dieser Kalender uns durch den Advent begleitet. Klar können die Kinder auch Schokokalender haben, mal Playmobil oder Lego. Abreissgeschichten anderer Art. Das ist alles ok. Aber: austauschbar. Der Michlkalender nicht. Er ist immer unser Dezemberbegleiter: „Der allerschöneste Stern der Welt – ein Adventskalender vom Michl, der den Weihnachtsstern sucht“.

Ich weiß nicht, ob ich mich dieser Social Media – Adventslogik unterwerfe und hier jeden Tag diesen Kalender präsentiere. Viel wichtiger ist mir, dass ich ihn jeden Tag den Kindern vorlesen kann: Die Geschichte von Michl, der 24 Tage lang auf der Suche nach dem Weihnachtsstern ist. Ein Kalenderblatt für jeden Tag, der untere Rand ein grüner Saum, geschmückt. Jeden Tag werden die Blätter kürzer, ein grüner Saum kommt knapp über den anderen, verjüngt sich. Und nach ein paar Tagen des täglichen Umklappens wird ersichtlich, dass vom unteren Rand ein Tannenbaum erwächst. Um am 24.12. … doch halt, ich weiß es, unsere Kinder wissen es. Aber dennoch lesen und hören wir die Geschichten ein jedes Jahr mit wachsender Spannung von Neuem.

Annegert Fuchshuber wird als Autorin genannt, sie hat wohl auf jeden Fall die Bilder gemacht, da sie wohl hauptsächlich Illustratorin war. Womöglich schrieb sie auch den Text. Vielleicht kam von ihr auch die Idee des heranwachsenden Tannenbaums. Ich glaube jedenfalls, sie würde sich freuen, wenn sie erführe, dass nach so vielen Jahren ihre Geschichte und ihre Bilder in Kinderaugen und -herzen weiterleben. Ein Nachdruck gab es wohl nicht. Eine Website bietet den Kalender für erstaunliche 190 Euro an. Denen kann ich nur sagen: Zu teuer und zu billig zugleich. Ich glaube, ihr habt den wahren Wert dieses Kalenders nicht verstanden!

Und in dem Mahlstrom der Kalenderfluten möchte ich gar nicht darauf hinaus, dass mein Kalender der besonderste aller Kalender ist. Iwo. Für mich, und vielleicht meine Kinder, schon. Aber für die anderen. Iwo. Eines allein wäre schön: Auf dass ein jeder in seinem Herzen seinen besonderen Kalender hat.

Eine schöne Adventszeit, rundherum.

Ein Kommentar zu „Vom 1. Dezember 1975

  1. Das finde ich ganz toll! So etwas war für mich die Geschichte „Morgen, Findus, wird‘s was geben“ – leider noch zu viel Text mit zu wenig Bild für unseren Kleinen. Aber ich freue mich schon darauf, es mit ihm zu lesen! 😊 Eine schöne Adventszeit wünsche ich euch!

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