Unser dreigliedriges Schulsystem…

Pünktlich zum jahresüblichen Anmeldekorso für die weiterführenden Schulen in Deutschland nimmt sich SPON auch mal wieder dieses Themas an. Debatte zum Schulwechsel – Die Abschaffung des Gymnasiums wäre politischer Selbstmord – Viele Eltern plagt die Frage, auf welche Schule ihr Kind nach der Grundschule wechseln soll.“

Ein paar Anmerkungen dazu, schon zum Titel. Reisserischer geht es gar nicht: Niemand spricht von der Abschaffung des Gymnasiums. Das stimmt einfach nicht. Es geht doch nur um die Diskussion, ob ein dreigliedriges Schulystem mit Selektionszwang von der Regel Neun- und Zehnjährigen wirklich für die Beteiligten wie für die Gesellschaft sinnvoll ist. Und dazu sagen die allermeisten Experten NEIN!

Und diejenigen, die dazu JA sagen, sollten sich mal selbstkritisch hinterfragen, ob dahinter nicht ein ungesunder Egoismus steckt, das eigene Privileg der Bildungs- und Besitzbürgertums gegenüber einer potenziellen, ungeliebten Konkurrenz von womöglich bildungshungrigen Unterschichtkindern zu erhalten (ok, das war jetzt etwas zugespitzt und polemisch).

Ungesund ist der Egoismus gleich schon deswegen, weil der an die gesellschaftliche Spitze gelangende eigene Vorzeigenachwuchs hinterher dann sowieso die finanziellen Transferleistungen aufbringen muss, um die vermeintlich missratenen Kinder, die im Erwachsenenalter dann auch dank der Dreigliederung des Schulsystems wirklich missraten werden, einigermaßen ruhig zu halten. Hartz IV, finanzielle Aufwendungen für Sozialarbeit und Sicherheitsleistugen (Polizei, Gefängnis, etc…). Auch polemisch, ich weiß. Aber vielleicht ist es mal an der Zeit, es pointiert herauszurotzen.

Mit etwas mehr Contenance. So sehr ich Grundschullehrerinnen und -lehrer im Allgemeinen mag, und ich mich schlicht freue, wie sie versuchen aus unseren Kindern das Beste herauszuholen (und wer bis hierher gelesen hat, versteht hoffentlich, dass ich das nicht nur schulleistungsbezogen meine), so sehr tun sie mir leid, wenn vor ihnen diese unbewältigbare Aufgabe anstehte, die Kinder in der vierten Klasse schon ihren vermeintlich gesellschaftlichen Rang und Platz zuzuweisen. Scharfrichter scheint mir da ein moralisch einfacheres Berufsbild zu sein.

Achso, und dann noch dieser Untertitel: „Viele Eltern plagt die Frage, auf welche Schule ihr Kind nach der Grundschule wechseln soll.“ Nee, von einer Plagerei kann da eigentlich nicht die Rede sein. Wir Eltern gucken uns die Institutionen an, wo unserer Kinder die nächsten Jahre einen Großteil ihrer Zeit verbringen werden. Ganz einfach. Und alle Eltern wollen für ihr Kind das Beste. Das bestehende System führt halt zu den angemerkten Dysfunktionen. Innerhalb des Systems verhalten wir Eltern uns völlig rational. Sorry.

Lifehacks: Der Tag der offenen Tür an Ihrer künftigen Schule

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Über die Öffnungszeiten des Dealers an der Grundschule

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