Der alternde Vater

Corona war ok. Kurz vor dem Lockdown wurde ich 50. Und bevor ich über die Hälfte des Lebens sinnieren konnte (also für die Ungebildeten unter uns: Weh mir, wo nehm’ ich, wenn / Es Winter ist, die Blumen, und wo / Den Sonnenschein, / Und Schatten der Erde?) musste ich ganz irdisch darüber sinnieren, woher ich Klopapier mir nehme. Für’s Lamentieren über das halbe Jahrhundert blieb da wenig Zeit.

Doch just am heutigen Tage holte mich das Altern wieder massiv ein: Natürlich aus dem Mund des Siebenjährigen. Dazu muss man wissen, dass dieser Siebenjährige von seinen älteren Geschwistern (10 und 12) recht viel von den angesagten Social Media – Instrumenten mitbekommt. Also irgendwie mainstream Tiktok und Insta und noch ein bisschen mehr. Nun hörte er aber von diesen älteren Geschwistern, dass es da noch was gäbe (besser gesagt: gab): Facebook genannt.

Die sicherlich logische Frage an uns Eltern war dann:

Sagt mal, ist denn sonst noch jemand außer euch beiden auf diesem Facebook?

Getreulich aufnotiert von jemandem, dessen Jugend noch analog war.

3 Kommentare zu „Der alternde Vater

  1. Ich bin zwar noch nicht 50 (Glückwunsch nachträglich), aber wir Älteren wissen ja, wie schnell 5 Jahre um sind. Ich erzähl meinen Kindern, wie das früher so in meiner Kindheit war. Mochte die Geschichten der Eltern und Großeltern auch immer so. Nur von einem 8jährigen gefragt werden, ob ich den Zweiten Weltkrieg miterlebt hätte oder von einer 6jährigen, ob ich damals nur Kutsche fuhr, geht dann doch zu weit. Da muß ich noch viel Geschichtsunterricht leisten.

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    1. Solange Dich Dein Nachwuchs nicht in der Steinzeit verortet. Alles gut. 😉 Spaß beiseite. Du erwähnst ein ernsthaftes Phänomen: Die Zeit als Kind und Jugendlicher ist ewig, als Erwachsenem kommt einem diese Zeit beschleunigt vor. Dieses Phänomen ist schon ein eigener Blogbeitrag (oder auch eine gemeinsame Blogdiskussion wert – da lade ich gerne per Mail und anschließender Veröffentlichung hier wie da ein). Meine Grundthese: Wenn denn den Kindern ihr Leben, ihre Kindheit so unendlich lang und ewig vorkommt, ist es unsere Aufgabe, diese Zeit als stabilen Anker für das kommende (Erwachsen-)Werden zu ermöglichen. Die Stürme kommen früh genug. Aussagen wie „Einen Schulschließung wegen einer Pandemie haben nicht einmal Deine Großeltern erlebt“ sind da ohne Kontext eher verängstigend. Ach so und noch was, solltest Du Jahrgang 1975 sein. Für mich hört sich das immer noch als total jung und erfahren an ;-). Analoge Grüße

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