Oh lasset uns anbeten! Oder besser nicht.

Und es begab sich zu der Zeit, als die Abende früh in den Tag kamen, und die Dunkelheit die Menschheit zu umhüllen begann. Lichter der Hoffnung wurden in den Behausungen entzündet. Die Familien versammelten sich um den Kerzenschein, welcher ihnen Wärme und Geborgenheit gab. Und leise begannen die Menschen den Kindern von uralten Geschichten zu erzählen.

Nur wenige Kinder hielten das Alles für ein großes Papperlapapp und wollten lieber noch eine DVD reinschieben. Darunter die Meinigen.

Doch voller Inbrunst für die alten Rituale wehrte ich mich standhaft gegen alle Verlockungen dieses modernen, seelenlosen Digitalzeitalters. Da drängten die Kinder den Jüngsten im Bunde nach vorne. Voll Hoffnung, hier noch auf kindliches Gemüt, einen unverdorbenen Charakter zu treffen, wandte ich mich ihm zu. Die Kinderaugen leuchteten, wie es nur Kinderaugen in der Adventszeit tun können. Die entscheidenden Worte formten sich in seinem Munde:

„Papa, wenn wir die DVD schauen dürfen, bete ich dich auch an, wenn du tot bist.“

 

Over and out. Ich kann nicht mehr.

 

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Adventskalenderstress?! NO!!

Ich gebe zu, dass ich in vergangenen Jahren auch schon einmal ein Adventskalender(vor-)lesebuch zur Hand genommen haben. Und merkte: Das 24malige Einwerfen von Schokolade geht durchaus. Aber: Das 24malige Vorlesen ist mit der Taktung da etwas schwieriger. Deswegen sind mir Weihnachtskinderbücher lieber, die einen bunten Strauß an Themen anbieten, ohne mit der Stechuhr durch den Advent zu hetzen. Ein solches Buch ist „Das große Familienbuch für die Weihnachtszeit“. Eine solide Mischung aus fiktionalen Geschichten einer jungen Damen namens Lina Stubenbauer, Informatives zu weihnachtlichen Bräuchen aller Art, aufgelockert durch Weihnachtslieder mit Noten für die Musikalischen unter Eltern und Kindern und dem ein oder anderen Rezept. Da ist im besten Sinne für jeden etwas dabei. Und man kann eben auch mal getrost eine Geschichte oder einen Sachtext überblättern. Das Buch funktioniert nicht in dem Rhythmus, in dem jeder mit muss.

Für die sämtlichem Weihnachtlichem Unkundigen gibt es schon zeitliche Hinweise, dass Nikoläusiges weniger zum 6. Januar als dann doch eher zum 6. Dezember gehört. Und am 24. Dezember… gut. Das weiß dann aber jeder. Der folgende Ausschnitt des Inhaltsverzeichnisses stellt dies gut dar:

Besonders an diesem Buch ist auch, dass es eben nicht mit dem Weihnachtsfest endet. Sylvester, Neujahr, die Heiligen Drei Könige, das russisch-orthodoxe Weihnachtsfest sogar Mariä Lichtmess zu Anfang Februar werden hier noch eingeordnet. Das hat mich an meine eigene Kindheit erinnert, wo ich mich doch immer wunderte, wie lange denn der Weihnachtsbaum in der Kirche noch stand….

Gefallen hat mir auch die solide, eher hochwertige Aufmachung des Buches. Fester Einband, guter Druck, Goldprägung. Das gefällt schon, ganz besonders in der Vorweihnachtszeit.

Und warum ich das Buch schon jetzt so gut empfehlen kann? Ja, ich gebe es zu. Auch wir haben mit den Kindern erst jetzt zur Adventszeit angefangen, uns da durchzuschmökern. Aber: Im gleichen Stil und mit gleichem Konzept gibt es vom Verlag auch das große Buch „Alles für Sankt Martin“. Und dieses Buch ist bei uns jetzt im zweiten Jahr schon der Renner im Herbst.

Übrigens auch das ein Vorteil, wenn es kein Adventskalender ist. Entspannt reinlesen. Auslassen, was nicht gefällt. Die Adventszeit 2018 kommt bestimmt.

Beste Empfehlung zum Kauf oder zum Verschenken. Vor allem aber zum gemeinsamen (Vor-)Lesen unter Kuschel- oder Bettdecke!

 

Auch ein schlechtes Buch hat seine guten Seiten

Ich weiß nicht, wer die Reihe „Bildermaus“ kennt. In dieser Serie und in sicherlich vielen anderen Kinderbüchern auch wird das ein oder andere Wort durch ein Bild ersetzt. Soll dem Erstleser den Zugang erleichtern. Mag sein. Ich bin kein Leseforscher. Nur: Interessiert hat sich bislang keines der zwei lesenlernenden Kinder (zur Zeit 7 und 9 Jahre alt) für diese Art des Lesenlernens. Entweder man entziffert die Wörter oder man schaut ein Bilderbuch an. Ganz oder gar nicht. „Auch ein schlechtes Buch hat seine guten Seiten“ weiterlesen

Über den Frühling im Holunderweg

…wollte ich ausführlich berichten, nachdem uns der Herbst in selbiger Straße so gut gefallen hat.

Nun hatte mir der Piratenkapitän das Buch allerdings weggeschnappt, so dass mein Vorlesefrühling nicht mehr im Holunderweg stattfinden konnte. Schon ausgelesen, meinte er. Es bleibt mir folgerichtig nichts anderes mehr übrig, als aus der Not eine Tugend zu machen, und den kundigen Kapitän einfach zu interviewen. „Über den Frühling im Holunderweg“ weiterlesen