Jim Knopf vorgeknöpft

Die Geschichte von Jim Knopf ist unbestritten Kanon. Kanon der Kinderliteratur. Folglich kann sich die Diskussion nur darum drehen, wie Jim Knopf ans Kinde gebracht hat.

Und daran scheiden sich die Geister. Natürlich gibt es Ikonen. Ikonen, wo die kleinste Veränderung als Blasphemie gerüffelt wird. Zumindest von manchen so gesehen wird. Ob die Version der Augsburger Puppenkiste ikonische Züge hat, mögen manche so sehen.

Ich für meinen Teil denke so: Manche sind mit dem Jim Knopf an den gezogenen Fäden aufgewachsen (meine Beschreibung der Augsburger Puppenkiste). Und wollen ihn ihr Leben lang nicht anders sehen. Gern geschehen. Deswegen sollte anderen allerdings nicht vorgeschrieben werden, dass nur die an den Haaren – Entschuldigungen Sie, an den Fäden – herbeigezogene Geschichte die einzig wahre ist.

Es gibt auch andere Wahrheiten. Der aktuelle Jim Knopf – Film im Kino kommt eben mit etwas mehr Schmackes und Krawumm daher. Mein Gott, so kann das auch sein. Muss nicht sein. Aber kann.

Und dazu gibt es dazu auch das passende Buch mit Hochglanzbildern. Himmel, das sieht natürlich auch nicht so aus, als wäre es schon durch hundert Hände gewandert über viele Jahre und Bücherflohmärkte hinweg. Sollte es auch nicht. Für die Kinder im Jahr 2018, die so Jim Knopf kennen gelernt haben, soll das Buch auch genau so aussehen. Punkt. Und so gefällt’s auch meinem Nachwuchs.

Ich für meinen Teil bin ganz froh, dass meine bibliophile Jim Knopf – Ausgabe aus dem letzten Jahrtausend nicht von meinen Kinder Händen noch zerfleddert wird.

Jedem das Seine. Hauptsache Lukas, Jim und Emma.

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Adventskalenderstress?! NO!!

Ich gebe zu, dass ich in vergangenen Jahren auch schon einmal ein Adventskalender(vor-)lesebuch zur Hand genommen haben. Und merkte: Das 24malige Einwerfen von Schokolade geht durchaus. Aber: Das 24malige Vorlesen ist mit der Taktung da etwas schwieriger. Deswegen sind mir Weihnachtskinderbücher lieber, die einen bunten Strauß an Themen anbieten, ohne mit der Stechuhr durch den Advent zu hetzen. Ein solches Buch ist „Das große Familienbuch für die Weihnachtszeit“. Eine solide Mischung aus fiktionalen Geschichten einer jungen Damen namens Lina Stubenbauer, Informatives zu weihnachtlichen Bräuchen aller Art, aufgelockert durch Weihnachtslieder mit Noten für die Musikalischen unter Eltern und Kindern und dem ein oder anderen Rezept. Da ist im besten Sinne für jeden etwas dabei. Und man kann eben auch mal getrost eine Geschichte oder einen Sachtext überblättern. Das Buch funktioniert nicht in dem Rhythmus, in dem jeder mit muss.

Für die sämtlichem Weihnachtlichem Unkundigen gibt es schon zeitliche Hinweise, dass Nikoläusiges weniger zum 6. Januar als dann doch eher zum 6. Dezember gehört. Und am 24. Dezember… gut. Das weiß dann aber jeder. Der folgende Ausschnitt des Inhaltsverzeichnisses stellt dies gut dar:

Besonders an diesem Buch ist auch, dass es eben nicht mit dem Weihnachtsfest endet. Sylvester, Neujahr, die Heiligen Drei Könige, das russisch-orthodoxe Weihnachtsfest sogar Mariä Lichtmess zu Anfang Februar werden hier noch eingeordnet. Das hat mich an meine eigene Kindheit erinnert, wo ich mich doch immer wunderte, wie lange denn der Weihnachtsbaum in der Kirche noch stand….

Gefallen hat mir auch die solide, eher hochwertige Aufmachung des Buches. Fester Einband, guter Druck, Goldprägung. Das gefällt schon, ganz besonders in der Vorweihnachtszeit.

Und warum ich das Buch schon jetzt so gut empfehlen kann? Ja, ich gebe es zu. Auch wir haben mit den Kindern erst jetzt zur Adventszeit angefangen, uns da durchzuschmökern. Aber: Im gleichen Stil und mit gleichem Konzept gibt es vom Verlag auch das große Buch „Alles für Sankt Martin“. Und dieses Buch ist bei uns jetzt im zweiten Jahr schon der Renner im Herbst.

Übrigens auch das ein Vorteil, wenn es kein Adventskalender ist. Entspannt reinlesen. Auslassen, was nicht gefällt. Die Adventszeit 2018 kommt bestimmt.

Beste Empfehlung zum Kauf oder zum Verschenken. Vor allem aber zum gemeinsamen (Vor-)Lesen unter Kuschel- oder Bettdecke!

 

Über den Frühling im Holunderweg

…wollte ich ausführlich berichten, nachdem uns der Herbst in selbiger Straße so gut gefallen hat.

Nun hatte mir der Piratenkapitän das Buch allerdings weggeschnappt, so dass mein Vorlesefrühling nicht mehr im Holunderweg stattfinden konnte. Schon ausgelesen, meinte er. Es bleibt mir folgerichtig nichts anderes mehr übrig, als aus der Not eine Tugend zu machen, und den kundigen Kapitän einfach zu interviewen. „Über den Frühling im Holunderweg“ weiterlesen