Ein Himmel voller Suppenschüsseln

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Ich erinnere mich dunkel an die Zeit, als mir das mit der spanischen Frau an meiner Seite und deren kulturellem Umfeld auch noch alles sehr spanisch vorkam. Und manches Mal werde ich auch heute in unserer deutsch-spanischen Familie wieder daran erinnert. „Ein Himmel voller Suppenschüsseln“ weiterlesen

Was der gemeine Spanier vom Kölschen Kindergartenkarneval so denken muss

Ich bin tendenziell eher ein  Karnevalsmuffel und das ganze Treiben erinnert mich eher an die ein oder andere Anekdote aus dem Buch der Bücher: „Die Schöpfungsgeschichte verzeichnet keine fünfte Jahreszeit – und Gott sah, dass das gut war!“

Ja, es ist schön, verkleidet durch die Gegend zu hüpfen. Rollenspiele sensibilisieren den Nachwuchs für den Nächsten und bieten Raum für unernsten Abbau von Aggressionen. Könnte glatt ein Zitat von einem der Pädagogen-Gurus sein. Ist es aber nicht. Sind meine Gedanken, wenn ich zusehe, wie sich mal wieder Pirat und Ritter gegenseitig die Birne.

Und mit den Süßigkeiten ist das hier im Rheinland so wie mit den sieben Plagen in Ägypten. Kaum hat man sich von der einen erholt (das zuckersüße Ergebnis der Schnörzerei von Sankt Martin), ist schon das nächste Fest dran (Schokonikolaus und Co.). Und denkt der Durchschnittsfamilienvater ohne rheinische Wurzeln, er habe zwischen Weihnachten und Ostern eine Kalorienverschnaufpause, sagt ihm das rheinische Umfeld, es gehe nun auf Kamellejagd. Schwer auszuhalten. Aber wir machen natürlich den Kindern zuliebe gerne mit. Schade, dass wir keine Schweine haben, die wir mit den üppigen Resten mästen könnten.

Außerdem ist es immer wieder erheiternd (oder anheiternd), meiner angeheirateten spanischen Familie lokale Eigenheiten vorzuführen. Zum Beispiel der spanischen Patentante. Einen deutschen Kindergarten, geschweige denn einen rheinischen, hatte sie noch nie erlebt. Ich weiß auch nicht, ob sie da noch einmal hinmöchte. Ihr Besuch fiel in die jecke Zeit: Karneval im Kindergarten, mit dem Patenkind, verkleidet, geschminkt, da wollte sie dabei sein. An der KiTa-Tür der Schock: Ohne viel Federlesens drückt ihr die Leiterin der Einrichtung ein Kölsch in die Hand. Am frühen Morgen, wo man naturgemäß eher mit dünnem Früchtetee rechnet. Ich glaube für die spanische Tante war das so, als wenn unsereins in einer russischen KiTa die Kleinen voller Stolz verschiedene Wodkasorten in einem Lied aufzählen hört, angeleitet von einer sehr jecken Erzieherin.
Jedenfalls lächelt die Patentante jetzt immer milde, wenn wir vom tollen Montessori-Konzept unseres Kindergartens erzählen.

 

Wir strapazieren die interkulturelle Toleranz unseres Kindergartens – heute: kulinarisch

Wir hatten am Wochenende beim Inder Essen bestellt. Die Kinder beschnüffelten das schon recht kritisch. „Wir strapazieren die interkulturelle Toleranz unseres Kindergartens – heute: kulinarisch“ weiterlesen

Neujahrstrauma – Kinder und Alkohol!

Das war jetzt ein sehr marktschreierischer Titel, aber peinlich war es schon: Der Sohnemann hatte zur Jahreswende 13/14 großen Gefallen an (alkoholfreiem) Sekt gefunden. „Neujahrstrauma – Kinder und Alkohol!“ weiterlesen

Tee zum Fürchten

Adventszeit ist Teezeit. „Tee zum Fürchten“ weiterlesen

Weihnachtsprägung

Prägung ist ja nach Konrad Lorenz etwas, was unbewusst in frühester Kindheit geschieht. Ich nehme mal an, dass meine Babyschale und später dann mein Kinderhochstuhl November-Dezember immer dem Adventskranz, der Krippe und dem Weihnachtsbaum zugewandt waren. Es gibt da ein Schwarz-Weiß-Bild von mir aus Babyjahren, wo ich praktisch in die Krippenfiguren hinein robbe. „Weihnachtsprägung“ weiterlesen

Novemberregen

Endlich ist der November wieder ein deutscher November. Matt, regnerisch, dunkel. Ich sitze im Auto auf dem Weg zum U3-Kindergarten. Fröhliches Gequake zum Wisch-Wisch-Wisch des Busfahrerliedes von den hinteren Rängen. Durch die Regenschlieren der Windschutzscheibe sehe ich ein Mama- oder Paparad: „Novemberregen“ weiterlesen

König Fußball Kaiserschnitt

Kennen Sie das noch? Dalli Klick, Hans Rosenthal? Aha. Wenigstens mal gehört von Ihren Eltern. Schön. Dann wollen wir mal mit den Bildsplittern loslegen: Ich habe einen spanischen Schwiegervater. Er ist Fußballfan. Natürlich, seit 70 Jahren Real Madrid. Er ist aber nicht nur eingefleischter Vereinsfußballer. Auch das große Ganze. Nationalmannschaft. Hat es bei jemandem schon Klick gemacht? Nein? Ok. Weiter. Mein Vater, nicht frei von Süffisanz, erwähnte mal bei einem dieser nicht immer unheiklen deutschspanischen Familiengipfeltreffen, dass ja der letzte Titelgewinn der Spanier auf das Jahr 1964 zurückginge.

Vom deutschen Kinderwagenwesen

Ich halte mich für völlig normal. Ich kann problemlos einkaufen gehen. Keiner dreht sich nach mir um. ‚Normal‘ ist aber nicht europäisch definiert. Wenn ich in Deutschland ganz normal mit meinem Fahrradanhänger und den zwei Jungs unterwegs bin, dreht sich keiner nach uns um. Machen Sie das mal in Madrid! „Vom deutschen Kinderwagenwesen“ weiterlesen

Die Schuluniform

Nun ist es also soweit. Nummer 1 hat nun die ersten Wochen im cole de mayores, wie er selbst stolz sagt, hinter sich. Kein guardería-Kind mehr. Und ich, deutscher Papa, mache gute Miene zu … Nein, ganz so schlimm ist es auch nicht. Aber schaut mal: Meine Generation kann noch etwas mit dem Begriff „heißer Herbst 1983“ anfangen. Und damit war und ist beileibe nicht ein längst vergangener Spätsommer in Deutschland gemeint.
„Die Schuluniform“ weiterlesen