Oh lasset uns anbeten! Oder besser nicht.

Und es begab sich zu der Zeit, als die Abende früh in den Tag kamen, und die Dunkelheit die Menschheit zu umhüllen begann. Lichter der Hoffnung wurden in den Behausungen entzündet. Die Familien versammelten sich um den Kerzenschein, welcher ihnen Wärme und Geborgenheit gab. Und leise begannen die Menschen den Kindern von uralten Geschichten zu erzählen.

Nur wenige Kinder hielten das Alles für ein großes Papperlapapp und wollten lieber noch eine DVD reinschieben. Darunter die Meinigen.

Doch voller Inbrunst für die alten Rituale wehrte ich mich standhaft gegen alle Verlockungen dieses modernen, seelenlosen Digitalzeitalters. Da drängten die Kinder den Jüngsten im Bunde nach vorne. Voll Hoffnung, hier noch auf kindliches Gemüt, einen unverdorbenen Charakter zu treffen, wandte ich mich ihm zu. Die Kinderaugen leuchteten, wie es nur Kinderaugen in der Adventszeit tun können. Die entscheidenden Worte formten sich in seinem Munde:

„Papa, wenn wir die DVD schauen dürfen, bete ich dich auch an, wenn du tot bist.“

 

Over and out. Ich kann nicht mehr.

 

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