Von Fehlern, die lange Finger haben!

Alle Eltern (naja, zumindest die mit mehr Kindern) sind gerade wieder eifrig dabei, die Kinderlogistik auf Vordermann zu bringen. Als da wären:

Elternabendtermine, Schulmaterialbestellungen, Musikunterrichtszeiten, neue Sportinteressen des Nachwuchses, etc…

Es werden also wieder Terminkalender gefüllt, Schulranzen gepackt, Brotdosen gekauft, Turnschuhe ausprobiert, die Übergangsjacken vom Speicher geholt, das Übliche eben. Unumwunden muss man zugeben, dass man mit diesen Tagen problemlos den empirischen Teil einer Masterarbeit im Studienfach ‚Logistik‘ füllen könnte.

Logisch, dass da Fehler passieren. Nur deshalb, weil sich Fehler in diesen hektischen Tagen geradezu häufen, stößt mir nun diese eigentlich bekannte Formulierung auf „ein Fehler habe sich eingeschlichen…“. Das habe ich gerade gelesen in einer – korrigierten – Version der Einladung zu einem Elternabend.

Pardauz! Was bildet sich denn dieser Fehler ein? Sich so einfach ein Bewusstsein und einen Aktionsradius geben. Eine Persönlichkeit! Und sich klammheimlich, hinterhältig oder wie auch immer ‚einzuschleichen‘? Ja könnten wir die Einladung zum Elternabend nicht einfach abschließen? Dann kann sich hier kein fehlerhafter Langfinger einschleichen.

Ach, da halte ich es doch lieber mit dem Bildungskanon und dem alten Herrn Goethe. Wenn ihm ein Fehler unterläuft (schon wieder so eine unzutreffende Passivkonstruktion – ein laufender Fehler, hihi), dann bügelt der gute Johann Wolfgang ihn doch glatt wieder so aus:

Geständniß.
A: Du toller Wicht, gesteh‘ nur offen:
Man hat dich auf manchem Fehler betroffen!
B: Ja wohl! doch macht‘ ich ihn wieder gut.
A: Wie denn?
B: Ei, wie’s ein Jeder thut.
A: Wie hast du denn das angefangen?
B: Ich hab‘ einen neuen Fehler begangen;
Darauf waren die Leute so versessen,
Daß sie des alten gern vergessen.

Allen einen fehlerhaften, doch freudigen Schul-, Kindergarten- und Wasauchimmer-Beginn 🙂

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2 Kommentare zu „Von Fehlern, die lange Finger haben!

  1. Ja, Fehler schleichen sich ein, wenn man versucht, Job, Haushalt, Kinder gleichzeitig und hauptsächlich alleine zu managen. So habe ich die Liste mit den neu zu beschaffenden Schulbüchern des Sohnes nicht mehr gwfunden. Und in meiner Not in der Whatsapp-Gruppe der Klasse nachgefragt. Es stellte sich heraus, dass jedes Kind eine individuelle Liste bekommen hatte. Ich hab dann trotzdem bestellt. 2 Wochen später fand ich unsere Liste unter einem Haufen bemalter und gebastelter Papiere unserer Kinder – sie nutzen dafür den Esszimmertisch, den wir demzufolge nur an Feiertagen for die Speisung nutzen. Fazit: ich hatte drei Bücher/Übungshefte zu viel gekauft und damit 30 € in den Sand gesetzt. Und ein Buch zu wenig, wofür der Sohn fast eine Strafaufgabe bekam, weil ich das nicht gleich peilte. Und warum zum Henker haben Kinder einer Klasse heutzutage unterschiedliches Lernmaterial?

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