Gut gepampert, ein kleiner Rückblick

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Ein Päckchen Pampers Baby-Dry  liegt noch im Schrank für alle (Durch-)fälle. Aber ansonsten bin ich damit durch. Windelfrei. Was sich so begeistert anhört, ist es in der ersten windelfreien Zeit gar nicht: Drei volle Windeln am Tag sind nichts im Vergleich zu 6 vollen Hosen, Unterhosen, mitunter bis runter zu den Socken. Und dann auch noch die Bettwäsche. Aber auch da muss Mann durch. Zwischen Windelfreiheit und Trockensein können Welten liegen. In Tagen, Wochen oder Monaten gerechnet.

Ein Rückblick sei gestattet. In überschaubarer Folge kamen unsere drei Jungs 2008, 2010 und 2013 zur Welt. Rechnen wir mal mit 4 Windeln am Tag und 3 Jahre Bezugsdauer. Dann sind wir bei 4380 gewechselten Windeln. Faire Arbeitsteilung zwischen Mama und Papa vorausgesetzt lag mein Vatereinsatz also bei 2190 Windeln. Wow.

Ich weiß noch gut, wie uns im Neugeborenenzimmer der Uniklinik hier in Bonn gezeigt wurde, wie das geht. Mit den Windeln. Immer noch ein Fingerbreit Platz halten. Ehrfürchtig hörten wir der erfahrenen Schwester auf der Geburtsstation zu. Pampers Newb Baby. Tja, und nachdem es gut geklappt hat mit den Pampers, sind wir auch dabeigeblieben. Mit den Größen der Kinder auch in den Pamperskategorien mitgewachsen. Nicht bereut.

Die anfängliche Hilfestellung war bald nicht mehr vonnöten. Windeln wechseln beherrschte ich bald im Schlaf. Achja, selten war diese Metapher so treffsicher wie hier. Denn oft genug legte ich todmüde im Halbschlaf Hand an. Licht anmachen ist tabu, wenn man sich das letzte Quäntchen Hoffnung bewahren möchte, der Herr Säugling schlafe sicherlich nach dem Windelwechsel entspannt weiter. Ja, auch mit großem Geschäft. Da reicht der schwache Schein des Smartphones absolut aus. Meistens….

Wenn ich mir die Studie von Pampers zu uns Vätern anschaue, dann gehörte ich wohl eher zur Minderheit. 11 % der Väter haben lt. Studie mehr als 3 Monaten Elternzeit genommen. Daher rührt wohl auch der geläufige Begriff der ‚Vätermonate‘. Ein Beispiel dafür, wie auch Sprache (dämliche) gesellschaftliche Sachverhalte zementieren kann.

Bereits 2008 hatte ich mich gerne für volle 12 Monate Elterngeld entschieden. Die Kollegen im Büro hören es nicht gerne, ich weiß. Aber ich als ich seinerzeit mit dem Kinderwagen in der Halbdämmerung vor meinem Bürogebäude entlangspazierte und die geschäftigen, bekannten Gesichter im Neonlicht vor den Bildschirmen sitzen sah, wurde es mir ganz anders. Ich guckte auf meinen friedlich schlafenden Nachwuchs und trotz fröstelnder Finger wurde mir in diesem Moment klar, dass ich der für mich deutlich sinnvolleren Tätigkeit nachging. Und so wurde ich Wiederholungstäter, mit weiteren 2×12 Monaten Elterngeld und noch ein bisschen mehr Elternzeit.

2190 Windeln. Nicht nur nachts. Auch wenn es mit den ganz Kleinen auf dem Wickeltisch am Schönsten ist, so bleiben andere locations nicht aus. Parkbänke sind Standard. Und bei Autofahrten war mir immer die Ladefläche lieber als der Beifahrersitz. Im Gras, wenn es warm genug war. Kniend auf irgendeinem sauberen Boden. Und mit der Pampers in der Hand (und dem Kleinen auf dem Arm) hatte ich auch immer Zutritt zu den Örtlichkeiten, wo normalerweise nur die Damen dürfen. Ausgleichende Gerechtigkeit. Die Damen gehen ja auch skrupellos auf die Herrentoiletten, wenn bei ihrer Örtlichkeit der Druck zu groß und die Schlange zu lang ist. Und wenn dann halt mal wieder der Wickeltisch auf der Damentoilette war. Entschuldigen Sie bitte, aber ich wechsel die Windel auch nicht in jedem zugigen Gang auf dem Boden.

In der bereits erwähnten Studie von Pampers heißt es, dass mehr als 80 % der Väter auch wickeln. Ich hoffe mal, dass das auch mittelfristig zu mehr Wickeltischen in Herrentoiletten führt. Auch wenn die neue Pampers Baby dry mit den drei absorbierenden Kanälen  den Gang zum Wickeltisch seltener werden lässt und für bis zu 12 Stunden Trockenheit sorgt.

Um diesen Trend zur Normalität hin, und das ist mir wichtig, ob Papas oder Mamas wickeln, sollte eigentlich kein diskussionswürdiges Thema mehr sein, ist es eine nette Idee von Pampers, bei der Produkteinführung der neuen Baby-Dry Windel mal die Väter zu Wort kommen zu lassen, wie das Video (1) zeigt.

Noch trockener Windeln mit neuer Technologie (2) könnte doch uns Herren der Schöpfung dazu verführen, unsere wenigen Worte am Tresen nicht nur dem trockenen Martini sondern auch dem trockenen Martin zu widmen.

Vorbei mit den Windeln. Erst einmal. Bin mir aber sicher. Was Papa Hans gelernt hat, wird Opa Hans nicht verlernen. Bis denn.

 

 

(1) Pampers lässt seine neueste Windel, die Pampers Baby-Dry, dieses Mal von Vätern vorstellen. Dazu wurde 20 Väter und ihre Kinder nach Berlin in ein Studio eingeladen, wo sie zusammen den Tag verbracht haben. Ganz verschiedene Männer trafen hier aufeinander, trotzdem hatten sie einiges gemeinsam: Sie hatten sehr viel Spaß mal einen ganzen Tag mit ihren Kindern und auch ohne die Mamas zu verbringen. Es wurde gespielt, getobt, von Vater zu Vater Tipps ausgetauscht und natürlich auch die neue Pampers Windel getestet. Dabei wurde die ganze Zeit gefilmt und über’s Papa-Sein philosophiert.

(2) Für die naturwissenschaftlich interessierten Väter und Mütter: Ein zufällig mit gewaschene Windel (oja, das kommt vor) eröffnet nach dem Waschgang immer einen Blick auf das Innenleben. Das aufgequollene Material gibt einem so das Gefühl, was eine Windel alles aufsaugen kann.

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5 Kommentare zu „Gut gepampert, ein kleiner Rückblick

  1. Wirklich genial! Danke!!! 🙂 Ich kann aus Erfahrung auch nur zur Elternzeit bzw. Auszeit raten! Ich habe es nie bereut und werde es wieder tun! Und wenn man den richtigen Arbeitgeber hat funktioniert das auch wunderbar. Alles andere wäre dumm und pure Ignoranz.

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