Drachenzähmen leicht gemacht – Band 7 Im Auge des Drachensturms

Als wir uns dieses Buch zulegten, war unser Hintergrund die zwei Kinoverfilmungen und die Fernsehserie dazu. Leichte Kost. Kindgerecht.

Den Hinweis ‚ab 10 Jahren‘ für die Lektüre überlas ich mal großzügig, denn unsere zwei großen Piraten sind ja mal gerade 5 und 7. Der Altershinweis, das vorneweg, ist sinnvoll.

Der Plot an sich ist schnell erzählt. Bei einem Wettschwimmen werden Hicks und zwei Freunde von Norbert der Hohlnuss gefangen genommen, da sie im Besitz eines Kompasses sind, der Norbert mit seinem Schiff nach Amerika bringen soll – König möchte er dort werden. Hicks führt ihn wohl oder übel an die Gestaden der Neuen Welt. Kurz vor dem Ziel scheitert die Reise aber recht brutal, weil ein Seeungeheuer das Schiff hops nimmt. Achja, hier ein Sonderpreis für die Namensgebung „Leviathorgan Rex“. So wird das putzige Tierchen genannt.

Die Details haben es allerdings in sich. Die brutale Welt der Nordmänner, in den Verfilmungen nur angedeutet, wird in der Buchvorlage recht plastisch ausgeführt. Tode werden vielerlei gestorben, die zweischneidige Axt der Verdammnis von Norbert ist nicht ohne. An manchen Stellen beim Vorlesen wollte ich nicht anhalten und viel erklären müssen. Doch auch meine jüngeren Herren waren begeistert, und in vielen Abendstunden haben wir die 249 Seiten mitgefiebert und auch mitgelacht.

Meine Einschätzung: Spannend und gut gemacht, wenn man sich im mal Buchladen ein paar Seiten durchblättert und den Text für seinen Nachwuchs sinngemäß als jugendfrei einstuft. Damit meine ich nicht nur die Beschreibung der „prallbusigen Berta“ oder „Irrwürg des Mörderischen“, sondern Passagen wie: „Wenn ihr euch dick mit Blubberflüglerschleim eingeschmiert habt, wird euch schon warm genug bleiben, damit ihr nicht völlig abkratzt.“

Und dann ist da noch die ein oder andere Reminiszenz an das aktuelle politische Geschehen. Wohl nicht vorgesehen von der Autorin, da die Originalversion 2008 erschien, aber nicht weniger eindringlich, weil es sich um immerwährende Wahrheiten handelt:

Hicks sinniert darüber, dass er sich nach dem Untergang des Schiffes auch ans Ufer von Amerika hätte retten können, aber er schlussendlich den Weg zurück über das große Meer wählt: „Es war eine Sache, mit Posaune und Trompeten auf einem mächtigen Schiff in einem neuen Land zu landen… Aber wie uns die gesamte Geschichte der Menschheit an unzähligen Beispielen zeigt, ist es eine ganz andere Sache, als arme Flüchtlinge aufzutauchen – nackt, arm, unbewaffnet und mit völlig leeren Händen. Würden die Eingeborenen Schiffbrüchige aus einem fernen Land mit Interesse und Barmherzigkeit willkommen heißen? Oder mit Furcht und einem Hagel aus Pfeilen?“

Also, keine leichte Kost, aber unterhaltsam und mit Weisheiten für uns erwachsene Eingeborene versehen. Eine Frage des Geschmacks.

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