Wie ich meinen Jungs die neue Hello Barbie – Puppe kaufte

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Ich habe die Schnauze voll von diesem Star Wars – Kram, dem Piratengedöns und unserem Indianergeheul.

Die Jungs bekamen jetzt alle eine Barbie. Jeder eine. Und wer bei rosa fiepst, bekommt eine auf’s Maul. Arschbacken zusammenreißen und Barbie spielen. Punkt.

Es geht meinem umfassenden Vaterverständnis selbstverständlich um Empathie, Rollenspiele, Hineinversetzen in andere Charaktere, faires Teamplay und Sinn für Ästhetik. Barbie halt.

Hey, schauen Sie nicht so! Meine Jungs staffieren manchmal auch ihre Dinos aus. Armbrust ran, Munitionsgürtel umgeschnallt und, wo es not tut, auch mal eine schwarze Augenklappe. Da wird verkleidet, was das Zeug hält. Passt also.

Gemeinsam mit ihren neuen Barbiepuppen sollten die Jungs kochen, neue Kleidchen anziehen, staubsaugen, das Puppenhaus ausstaffieren und damit einen Einblick in das Mannsein des nicht mehr ganz soo taufrischen Jahrtausends erhalten.

Ich halte ja nichts von den Überwachungsfunktionen dieser modernen Puppe. Also ausgeschaltet und die Jungs mal selbst spielen lassen. Die Barbies und die Jungs sollen mögliche Konflikte untereinander ausdiskutieren. Drohnentechnik habe wir schon genug im Haus.

Nach zwei Tagen Dauertest hatten zwei von drei Barbies noch alle Arme und Beine. Bestnote. Fairerweise muss gesagt werden, in etwas unnatürlicher Körperhaltung. Alle drei Barbies zeigten die üblichen Gebrauchsspuren: Insbesondere das wallende, blonde Haar war angesengt (in einem Fall), abgeschnitten (ein weiterer Fall) und schwarz angemalt (dritter Fall: mit der Begründung, würde sonst nicht zu Darth Vader passen).

Wichtiger war mir die Sprachlernfunktion, die wir gleich ausprobieren konnten, als Tante Mathilde und Onkel Eberhardt zu Besuch waren. Genderneutrale Erziehung ist für die so was wie das Mantra der Zeit.

Die einen riestern, ich baue lieber auf das Erbe der kinderlosen Verwandtschaft. Individuelle Anlagestrategie nennt man so was.

Es stellte sich allerdings als Risikostrategie mit Totalverlust heraus: Hochrot kamen Onkel und Tante aus dem Kinderzimmer. Die Barbies, gefüttert mit dem Wortschatz unserer Kinder, antworten auf die wohlmeinenden Fragen der Verwandtschaft à la „Hallo, wer bist denn Du?!“ anscheinend mit: „Selber Klugscheißer!“; „Geh weiter, bei drei schieße ich!“; „Dein Skalp gefällt mir gut!“ Weitere Zitate sind unter der Würde des Autors.

Achso, als ich dann später die Jungs fragte, meinten die, dass die Barbies echt okay wären. Wenn ich mehr besorgte, könnten sie da so eine Art Martial Arts – Truppe aufstellen.

Gendertuning geglückt.

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9 Kommentare zu „Wie ich meinen Jungs die neue Hello Barbie – Puppe kaufte

  1. Ich musste erst mal googlen, was eine „Hello Barbie“ sein soll. Schrecklich!
    Meine Kids sind fast erwachsen. Zudem habe ich seit 18 Jahren Kleinkinder im Haus. Und zwar fast ausschließlich Jungs. Alle spielen auch mit Puppen und Barbies. Neben Spielzeugautos, Nerfs, Computern, Musikinstrumenten, Gesellschaftsspielen, etc.
    ABER
    1.) Es wurde noch keine massakriert, verstümmelt oder gefoltert.
    2.) Hasse ich alle elektronischen Extras im Puppenspielzeug und eleminiere solche Funktionen vor Inbetriebnahme.
    3.) Ist auch bei den Mädchen das Puppenspielen nur eine Phase und hat nicht unbedingt etwas mit Fürsorglichkeit zu tun.
    Unser Sohn hatte auch eine interessante rosa-hellgrün-Glitzer-und-Strass-Phase. Kam dann aber eines Tages aus dem Kindergarten mit dem Hinweis: „Ich hab keinen Bock mehr jeden Tag meinen Geschmack zu diskutieren. Färb mal die Klamotten, bitte!“

    Gruß Iris

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  2. Meine Meinung zu „Genderneutraler Erziehung“ behalte ich hier für mich. Es könnte sich der eine oder andere auf den Schlipps getreten fühlen.
    Die Geschichte hat mir gefallen, auch wenn ich selber keine Jungs habe, was nicht bedeutet, dass die beiden Mädels „Sissis“ wären. Dennoch musste ihnen niemand „beibringen“, dass rosa Prinzessinnen oder Babies usw. süüüüüüüüüüüüüüssssssss sind. Das wussten sie bereits bevor sie ihre ersten drei-Wort-Sätze hervorbrachten.
    Du hast mir den Tag verschönert mit dem Beitrag, danke!

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  3. Ich habe bei deinem Beitrag Tränen gelacht! Ich habe auch zwei wilde Jungs zu Hause. Der eine (9) hat partout nie Puppengewollt, hat aber vor ein paar Wochen zwei Mädchen aus unserem Bekanntenkreis schockiert, als er vorschlug, dass ihre Barbies sich prügeln sollten. Der Kleine (fast 3) hat einen Puppenbuggy und eine Puppe, die wird aber regelmäßig durch die Gegend geschleudert und dann mit dem Feuerwehrauto ins Krankenhaus gefahren. Liebe Grüße, Silvi http://www.eckenberlins.wordpress.com

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  4. Ich hab das gleiche gemacht, weil sich einer meine Jungs eine wünschte. Er spiele ähnlich mit ihnen, aber das Gefühl, dass dieses heiss geliebte Mädchenspielzeug so langweilig ist, hat ihn zufriedengestellt und nach 2 Wochen war das Interesse eingeschlafen, aber er war um eine Erfahrung reicher.

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