Warum ich froh bin, dass unsere Kinder Spanisch sprechen – eine tragische Komödie in drei Akten

Prolog: Gestern wieder. Es hätte so peinlich werden können. Aber ein Glück verstehen nicht soo viele Deutsche Spanisch.

Exposition: Ich habe den Eindruck, dass Peppa Pig  (kundige Kollegen informierten mich, dass dieses Wesen hierzulande ‚Wutz‘ heisst, das macht es noch schlimmer!) in Deutschland nicht ganz so populär ist wie in Spanien. Am Wohnsitz in Deutschland sind wir als deutsch-spanische Familie immer darauf bedacht, die Zweitsprache Spanisch zu stärken. Deshalb im Sommerurlaub in Andalusien einen Stapel Peppa Pig DVDs der spanischen Sprachversion eingekauft.

Höhepunkt: Und auch wenn sämtliche pädagogische Ratgeber sagen, dass Medienverantwortung bedeutet, gemeinsam mit dem Kind vor der Glotze zu sitzen, sage ich: Das Kind würde mir auch nicht ruhig zuschauen, wenn ich dann den Abwasch mache. Also, Kind(er) vor der Glotze platzieren. Mit einem Ohr mithören. Nebenher den Haushalt machen. Und mein Ohr traute seinen Augen nicht: In der Folge ‚Das Baumhaus‘ denkt sich Peppa ein Codewort zum Eintritt ins Haus aus: Der dicke Bauch des Papas [La barrigota de papá]. Gelächter auf den Rängen. „Hihi. Der dicke Bauch des Papas. Hoho.“ Ich lache etwas gequält mit. Denke mir, gelegentlich die Autoren von Peppa Pig auf die Freud’sche Couch zu legen. Irgendein unterbewusstes Anti-Papa-Syndrom wird da schon zu erkennen sein. Biographieschaden. Aber: Episode zu Ende, Fernseher ausgeschaltet, Abwasch erledigt. Alles gut. Dachte ich, bis zum Folgetag.

Katastrophe: Mache früher im Büro Schluss. Mit den Kindern auf dem Markt, die ersten Esskastanien ergattert. Genießen die wohl letzten Sonnenstrahlen des Herbstes. Zum Abschluss noch eine Runde Schmökern und Spielen in der lokalen Buchhandlung. Gibt da so ein Spielhaus. Blättere ein bisschen in den Neuerscheinungen. Kindergetöse. Freundlich und friedlich. Plötzlich: Sag das Passwort, wenn Du rein möchtest. „La barrigota de papá.“ Gelächter. Ich gucke verstohlen über meinen Bauch und dann auf. Erleichtert. Heute niemand in der Buchhandlung, der Spanisch versteht.

erschienen in Madrid für Deutsche

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4 Kommentare zu „Warum ich froh bin, dass unsere Kinder Spanisch sprechen – eine tragische Komödie in drei Akten

  1. Zu meiner Frau sagt Bardin in letzter Zeit manchmal: Du Mama, kriegt Papa jetzt auch ein Baby?
    … Lass uns doch einen Club eröffnen: „Las Barigottas“
    Dann können die Kiddies, wenn sie in zehn Jahren auf unsere Waschbretter schauen, sich über vergangene Ausrutscher amüsieren, und wir auch 😉

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    1. Wenn ich Öko wäre, würde ich in 10 Jahren am Waschbrett stehen und nicht den entsprechenden Bauch haben. Aber bei Deinen sportlichen Erfolgen ist das wohl ein realistisches Langfristziel. Ich rufe dann zu einer Blogbildparade in 10 Jahren Jahren auf…

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      1. Ne, WB werde ich nie haben. Dieser Stress ist mir zu gross. Und meiner anderen Hälfte gefällt das auch gar nicht. Kräftig, ja, aber nicht so aussehen als ob jeden Moment ein Alien aus mir hervorbricht. Also werde ich meinen KFA kaum unter 20% treiben. 😉

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