Spätsommerfrieden

Ach wie schön, dass der Sommer noch einmal im September zurück gekommen ist. Wir hatten noch einen Eintritt ins Phantasialand frei, von diesen GehimFrühjahrundkommdannnocheinmalumsonstwieder – Karten (zu blöd, dass das jetzt mit dem Werbevideo für die Chiapas-Wasserbahn nicht gleich automatisch eingeblendet wird…).

Ideales Wetter
Bedeckter Tag war angesagt, sonnig wurde es trotzdem. Bestes Wetter + recht wenig Leute = weniger Anstellen an den Attraktionen. Geschickt bugsierten wir den Nachwuchs an den Achterbahnen für die Großen vorbei. Im Frühjahr hatte ich das einmal mitgemacht. Mein Mageninhalt hatte auch ohne Sahnesteif eine änliche fest-wattige Konsistenz hinterher. Ich brauche das nicht noch einmal. Dieses Mal konzentrierten wir uns auf die kleinen Sachen. Da, wo der Parkplan so schön von einer „langsame Attraktion“ spricht. Herrlich. Runterkommen von dem Multitasking, nur dem Wasserkochen zuschauen, einfach auf der Parkbank sitzen und die Kleinen hinter dem Schild „langsame Attraktion“ verschwinden sehen. Die Sonne lacht. Die Welt ist in Ordnung.

Die Klofrage
Und wenn das unvermeidliche „Papa, ich muss mal“ kommt, können die Jungs an der langen Schlange in die Damentoilette entlang und auf die gähnend leere Herrentoilette abgeführt werden. Ach, es ist alles sooo stressfrei. Hier muss das Phantasialand mal wegen seine Gender-Ausgewogenheit gelobt werden. Selten sieht Mann doch auf der Herrentoilette einen Verweis, wo es die nächste Wickelgelegenheit für uns Männer gibt. Hier gibt es so ein tolles Schild.

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Innerer Frieden
Ich sage Ihnen, so eins mit mir war ich selten wie an diesem Nachmittag. Ich blinzelte zu meiner Frau: „Du, das mit dem Piratensteuermann im Kindergarten, das kriege ich jetzt nicht mehr auf die Reihe, vor lauter Einschulerei vom Piratenkapitän. Was machen die jetzt eigentlich…? – Ach ja, Zirkusthema, wie süß, das ist doch was Schönes. Mal schauen, wann der nächste Zirkus nach Bonn…“ Ich vergaß zu erwähnen, dass wir vor dem sogenannten Pferdekarussell saßen. Wem das nicht sagt, das ist eine gemählich drehende, zweistöckige Karussellattraktion mit Pferden eben.
Mein Blick wandert gegen die Sonne nach oben. Steuermann und Kapitän waren im zweiten Stock des Karussells verschwunden sind. Wie schön, wie friedlich, wie sie da alle runter winken, die netten Kinder, auf ihren Pferdchen sitzend.

Angewandtes Zirkuswissen
Plötzlich erscheint eine ungewöhnliche Silhouette im langsamen Karussellreigen. Ein Erwachsener mit langem Oberkörper? Nee, zu dünn. Und die ausgetreckten Arme da, das sind doch Kinderarme…!! Der Frieden ist vorbei, das ist doch der Steuermann, der da auf einem Pferdrücken steht! „Schatz“, zische ich, „Haben die beim Zirkusprojekt schon irgendwas gemacht mit Balancieren im Stehen auf Pferderücken? Lass uns das Karussell anhalten. Aber schnell!“

erschienen abgeändert in Moskito – das Familienportal für Bonn und die gesamte Region

auch: Blogparade ‚Familienglück von Ergo

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2 Kommentare zu „Spätsommerfrieden

  1. So ist das mit den Sternstunden das Familienlebens: So schnell und unvorhersehbar sie sich anschleichen, so schnell und unvorhersehbar machen sie sich wieder aus dem Staub. Und das meist mit Getöse…

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